Das Wetter auf La Palma und der El-Niño-Effekt…

Für die Verhältnisse, die wir in diesem Winter in Deutschland erleben, klingt es unglaublich:

Der Monat Januar 2010 soll seit 1978 der wärmste Januar gewesen sein.  Im dem gesamten Zeitraum soll der Januar 2010 sogar der drittwärmste Monat überhaupt gewesen sein.

Wenn man sich hier den Winter ansieht, ist das kaum zu glauben, da der Januar in Deutschland so kalt war, wie lange nicht mehr. Es wurden aber bei der Berechnung der Temperaturen weltweit Einzeltemperaturen zusammengetragen und berechnet. Die Forscher der Universität von Alabama in Huntsville stellten die Temperaturen zusammen und nutzten dabei die Daten von Satelliten, die in einer Höhe zwischen null und ca. acht Kilometern, also in der untersten Atmosphärenschicht, gemessen wurden. Gemessen wurde über Wüsten und Regenwäldern, über Städten, Gebirgen und Ozeanen.
Das Ergebnis: Der Januar 2010 war um 0,7 ° C wärmer, als es der Januar der letzten zwanzig Jahre war. Als Ursache wurde der El-Niño-Effekt genannt. Hier wird das Oberflächenwasser im Pazifik, vor den Küsten Südamerikas deutlich erwärmt. Diese Wärme, die zum Teil an die Atmosphäre abgegeben wird, kann die Lufttemperaturen in großen Teilen der Welt beeinflussen.
Einer der an den Temperaturmessungen beteiligten Wissenschaftler ließ verlauten, dass es momentan im Pazifik so viel zusätzliche Wärme gibt, dass auch die Temperaturrekorde aus dem Jahr 1998 übertroffen werden könnten. Bereits 1998 gab es einen El-Niño. Auch damals erhöhten sich die Temperaturen im globalen Durchschnitt.
In verschiedenen Gebieten der Erde kann es recht verschiedene Entwicklungen geben, die auch gegen den Trend auftreten. In Nordamerika lag die Temperatur um einige Grad höher, als es sonst üblich ist. Der Höhenrekord wurde in Südgrönland erreicht. Dort herrschte ein Temperaturplus von sieben Grad. In Europa und auch in Sibirien lagen die Temperaturen deutlich unter denen der vergangenen Jahre. Ein Meteorologe der FU Berlin sagte, dass es kein Widerspruch sei, weder zu El Niño noch zum Klimawandel, wenn bei uns so niedrige Temperaturen herrschen.
Das Wetter wird in weiten Teilen der Welt vom warmen Pazifik beeinflusst.
Es ist jedoch umstritten, wie stark der Effekt in Europa ist. Die globale Erwärmung wiederum ist ein langfristiger Trend, der stets von kurzfristigen Schwankungen überlagert wird, wurde von Wissenschaftlern gesagt.

Die Ursachen dafür können vielseitig sein:
Sonneaktivität, Vulkanismus, veränderte Meeresströmungen oder aber, die zurzeit herrschende stabile Wetterlage in Europa, die von kalter aus dem Osten und Norden zufließender Luft geprägt ist. In den meisten Jahren wird die Wetterlage von der feuchten Wärme des Atlantiks beherrscht. Es gibt immer wieder kürzere Phasen, in denen die Temperatur sogar abnimmt, scheinbar gegen den
langfristigen Trend und ebenso Jahre, in denen sich beide Effekte addieren und die Temperaturen überdurchschnittlich steigen, könnte man bei der FU erfahren.
Längerfristige Schwankungen waren in den bisherigen Klimamodellen nicht ausreichend enthalten. Zum Beispiel wurden veränderte Meeresströmungen nicht berücksichtigt.
Deshalb haben Forscher aus verschiedenen deutschen Städten ein neues Forschungsprojekt anlaufen lassen: „Miklip“ (Mittelfristige Klimaprognose). Ziel dieses Projektes ist es, eine Klimaentwicklung so real wie möglich, einschließlich natürlicher Abweichungen, über zehn Jahre zu berechnen.
So eindeutige Vorhersagen wie wir Sie vom abendlichen Wetterbericht gewohnt sind, werden wir wohl kaum erhalten. Die Aussagen werden mit einer bestimmten Unsicherheit versehen sein, die hoffentlich nicht zu groß sind. Die hier geschilderten Phänomene sind ja bereits im Winter 2009 – 2010 auf den Kanarischen Inseln und natürlich auch auf La Palma aufgetreten.

Sinnflutartige Regenfälle bei Temperaturen, die in den vergangenen Jahren nicht so hoch waren, Winde und Stürme aus südlichen Richtungen, die in den Wintermonaten aus dem Norden kamen, machten der Insel, ihren Bewohnern und Besuchern stark zu schaffen. Aber wie immer in solchen Fällen: Spätestens im Mai ist alles wieder vergessen. Und wenn sich im kommenden Jahr die
Wettersituation in etwa wiederholen sollte, werden alle wieder sagen:
„Das hatte es noch nie gegeben…“.

Wie das Wetter auf der Insel La Palma gerade ist, erfahren Sie hier

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