Nuestra Señora del Pino – Die Jungfrau von der Kiefer

Nicht ganz so pompös und glanzvoll wie ihre Kollegin, die Virgen de las Nieves im Osten der Insel, aber nicht weniger verehrt, wird die zweithöchste Jungfrau von La Palma, die Jungfrau von der Kiefer, die Virgen del Pino, im Westen der Insel. Das Zuhause der Jungfrau steht im Schatten der wohl größten und ältesten Kiefer der kanarischen Inseln, hier auf La Palma.

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Die größte Kiefer der Kanaren – steht sie hier auf La Palma?

In früheren Zeiten, als man die Wanderer noch „Reisende“ nannte, war diese große Kiefer der erste Rastplatz für so manche, die über die Cumbre von Ost nach West kamen. Von der großen Kiefer aus hatte man einen herrlichen Blick über das Aridane-Tal. Das zweite Bild zeigt die Kerbe der Cumbrecita, d.h. den zweiten Einstieg in die Caldera. Wenn man z.B. vom Centro de Visitantes in El Paso aus dorthin schaut, meint man manchmal, der schlafende Tanausú würde dort liegen. Dann wäre rechts der Kopf mit der Krone, die Cumbrecita wäre der Hals und der Pico Bejenado wären die auf der Brust gefalteten Hände.
Zum Idafe gibt es die Legende, die Ureinwohner hätten geglaubt, er wäre das Fundament der Welt und wenn er umstürzen würde, würde die Welt untergehen.

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Kerbe der Cumbrecita = zweiter Einstieg in die Caldera

Wendet man seinen Blick nach links, sieht man den Berg „El Pilar“, der als einziger fast kahl aussieht, alle anderen Berge sind fast bis zur Spitze mit Kiefern bewachsen. Die Kiefer ist übrigens auch verantwortlich für den Wasserreichtum von La Palma. Mit ihren langen Nadeln nimmt sie über Nacht die Feuchtigkeit der Wolken auf und speichert sie.

Aber zurück zur Virgen del Pino. Der Sage nach erschien einigen „Reisenden“ im 16. Jahrhundert im Stamm der Kiefer eine Jungfrau und manch einer fand sogar einen Krug mit frischem Wasser in einer Baumnische.

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Kiefernstamm – manchmal fand sich, der Sage nach, ein Krug mit frischem Trinkwasser in einer Baumhöhle.

Man baute einen kleinen Schrein zu Ehren der Jungfrau. Erst 1927 wurde der Grundstein zur Kapelle gelegt, die wir heute kennen. 1930 wurde sie geweiht. Jedes Jahr im August findet die „Fiesta de la Virgen del Pino“ statt und endet am 1. Sonntag im September mit einem Fest direkt an der Kapelle mitten im Wald. Es wird sozusagen ein Picknick veranstaltet und man glaubt kaum, dass so viele Menschen auf den Beinen sind, um „ihre“ Jungfrau zu feiern. Meist ist sogar eine Musikkapelle da, die mit südamerikanischen Rhythmen zum Tanzen einlädt. Alle 3 Jahre aber trägt man die Virgen del Pino von der Kapelle hinunter nach El Paso, in der Kirche bleibt sie ein paar Wochen, bevor sie dann am ersten Septemberwochenende wieder hinauf in ihre Kapelle kommt.

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Der Altar in der Kapelle Virgen del Pino

El Paso selbst wird anlässlich der großen Feier der Virgen del Pino jedes Haus geschmückt mit Blumen, Fahnen und gemalten Bildern. Es sieht einfach nur traumhaft schön aus.
An der „Bajada“ (also dem Abstieg) nehmen unglaublich viele Leute teil, die Festlichkeiten dauern über mehrere Stunden.

Nicht nur Palmeros in ihren wunderschönen Trachten nehmen daran teil, es sind Musikkapellen darunter, die wunderschöne palmerische Lieder singen, aber auch herrlich geschmückte Wagen mit Essen und Trinken, denn die Bajada ist lang und meistens ist es sehr heiß. Meist so gegen 20.00 Uhr kommt die Virgen mit ihrem ganzen Gefolge in El Paso an und man kann schon den Eindruck haben, dass sich an diesem Abend die komplette Bevölkerung des Aridanetales in El Paso aufhält, um die Jungfrau zu ehren. Vom Bürgermeister von El Paso, im Moment ist es eine Bürgermeisterin, wird die Jungfrau dann mit allen Ehren begrüßt und kommt dann in die Kirche, wo eine Messe abgehalten wird.
Auf den Straßen von El Paso aber wird gefeiert was das Zeug hält, nämlich fast die ganze Nacht.

Die nächste große Bajada findet übrigens 2015 statt. Da in diesem Jahr auch die Virgen de las Nieves ihre große Bajada hat, kommt La Palma von Juli bis September aus dem Feiern nicht heraus.

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Die Kapelle der Virgen del Pino

Ein Kommentar zu “Nuestra Señora del Pino – Die Jungfrau von der Kiefer
  1. Rüdiger Haarmann sagt:

    Hallo,

    vielen Dank für diese Info zur Virgen del Pino. Allerdings hat sich ein Fehler eingeschlichen: Das zweite Foto zeigt nicht den Roque Idafe. Dieser ist vielmehr eine Felssäule im Inneren der Caldera, die man z.B. auch von der Cumbrecita aus sehen kann, z.B. von einem der beiden dort befindlichen Miradores.
    Das zweite Bild zeigt vielmehr die Kerbe der Cumbrecita, d.h. den zweiten Einstieg in die Caldera.
    Wenn man z.B. vom Centro de Visitantes in El Paso aus dorthin schaut, meint man manchmal, der schlafende Tanausú würde dort liegen. Dann wäre rechts der Kopf mit der Krone, die Cumbrecita wäre der Hals und der Pico Bejenado wären die auf der Brust gefalteten Hände.
    Zum Idafe gibt es die Legende, die Ureinwohner hätten geglaubt, er wäre das Fundament der Welt und wenn er umstürzen würde, würde die Welt untergehen.

    Schönen Gruß
    Rüdiger Haarmann

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