La Virgen de las Nieves – eine große Fiesta auf La Palma

La Palma hat viele „patronas“ oder auch „virgens“ = „Jungfauen“ genannt, jede Gemeinde hat ihre eigene Schutzpatronin. Die höchste Schutzpatronin auf der Insel La Palma ist die Virgen de las Nieves, oberhalb von Santa Cruz ist die kleine Kapelle der „Jungfrau vom Schnee“ angesiedelt.

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Altar der Schutzpatronin „Virgen de las nieves“

Eigentlich war der Name dieser Jungfrau „Santa Maria de La Palma“ und natürlich gibt es eine Geschichte, weshalb der Name abgeändert wurde. Die kleine Kapelle der Virgen de las Nieves wurde um 1517 erbaut, 1525 erweitert und letztmalig ausgebaut im Jahr 1646. Das aktuelle Bildnis der Virgen de las Nieves wurde übrigens in Gran Canaria angefertigt.

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Eingang in die Kapelle Virgen de las Nieves

Im Jahr 1676 war, so wird berichtet, der trockenste Winter des damaligen Jahrzehnts, es regnete viel zu wenig. Die kanarischen Inseln sind auf die Winterregen angewiesen, denn von Juni bis Anfang Oktober regnet es nicht oder nur verhältnismäßig wenig. Wenn nun die Regenfälle ausbleiben, hat das fatale Auswirkungen. Besonders schlimm wird es, wenn die Sahara ihre heißen und sandigen Grüße auf die Kanarischen Inseln schickt. So muss es auch in diesem Jahr gewesen sein, es fehlte der Regen und der Sommer war sehr viel heißer, als es normalerweise üblich war. Irgendwann im Juli kam es wie es kommen musste, es begann zu brennen und das Feuer machte das Wenige, was die Palmeros an Ernte zu erwarten hatten, zunichte und suchte seinen Weg nach Santa Cruz. Die Sage erzählt, dass der Priester hinaus ging in Richtung Feuer, niederkniete und betete. Er soll versprochen haben, wenn Gott und die Jungfrau Regen schicken um das Feuer zu löschen, dann würde er dafür sorgen, dass man die Jungfrau alle 5 Jahre von Las Nieves hinunter nach Santa Cruz bringt, damit man ihr dort huldigen kann. Man sagt, die Jungfrau sei ihm erschienen und hätte ihm Hilfe versprochen.
Am nächsten Tag ergab sich ein Temperatursturz, wie La Palma ihn wohl noch nie erlebt hat und dunkle Wolken zogen auf. Regen gab es nicht, aber es kam Schnee. Der Schnee soll so dicht gefallen sein, dass das Feuer bald gelöscht war. Der Priester machte sein Versprechen war und so kommt die Virgen de las Nieves nun alle 5 Jahre hinunter in die Kirche von Santa Cruz und bleibt dort 4 Wochen. Sie wird immer am 05. August wieder in ihre Kapelle, die „Ermita del Virgen de las Nieves“ zurück getragen.
Die Virgen de las Nieves ist ungeheuer beliebt bei den Palmeros und ihre „bajada = der Abstieg“ wird während des 4-wöchigen-Aufenthalts der Virgen mit ganz vielen Fiestas gefeiert. Die Palmeros lieben ihre Fiestas. Eine Fiesta muss man einfach mal miterlebt haben. Und es sind ja nicht nur Palmeros, die dann feiern. Von allen anderen Kanarischen Inseln kommen Besucher, auch vom Festland kommen diese herbei, nur um dieses Ereignis einmal mitzuerleben.
Eine große Rolle bei dieser „bajada“ spielen auch „los enanos“ = „die Zwerge“.

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Die Zwerge spielen bei der Fiesta die Hauptrolle.

Die kamen allerdings erst 1905 dazu und sie verspotten ein wenig Napoleon, der ganz Europa überrannte. An den Kanaren – insbesondere an La Palma – hat er sich aber die Zähne ausgebissen. Außer der „bajada de la Virgen“, dem Einzug der Jungfrau nach Santa Cruz, ist wohl der Zwergentanz ein unbestrittener Höhepunkt dieses Festes. Beschreiben kann man das nicht, da hilft nur eines:
Nach La Palma kommen und dieses Spektakel live miterleben.
Die nächste große „Bajada de la Virgen de las Nieves“ findet im Juli 2015 statt.

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Altar in der Kapelle Virgen de Las Nieves

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