Die größte Fiesta im Norden der Insel La Palma

Der Norden der Insel La Palma ist ruhig und vom Tourismus weitgehend unberührt.

Die Landschaft ist wildromantisch und atemberaubend schön. In Garafia, in der nördlichsten Gemeinde der Insel La Palma, gibt es keine Hotels und nur vereinzelt werden Appartments angeboten. Es mutet alles ein klein wenig „verschlafen“ an.

Aber einmal im Jahr, Anfang Juni, ändert sich das für 4 Tage. Dann findet in San Antonio del Monte, in dem Ort, der zur Gemeinde Garafia gehört, die „Fiesta y Feria Ganadera de San Antonio del Monte“, der größte Viehmarkt auf La Palma statt.

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Viehmarkt und Fiesta im Norden der Insel La Palma

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Einmal im Jahr kommen „viele“ Touristen nach Garafia auf La Palma…

Seit 1925 gibt es diese Fiesta und es werden zahlreiche Preise verliehen. Es geht nicht nur um die palmerischen Rinder, Schafe oder Ziegen, prämiiert werden auch Käse, Wein und auch der Garafiano. Dieser ist der bildschöne Hütehund, der seinen Namen der Gemeinde Garafia verdankt. Selbstverständlich kann man auch verschiedene kunsthandwerkliche Dinge bestaunen und die vielen Köstlichkeiten der palmerischen Küche probieren.  Der Ziegenkäse der Gemeinde Garafia hat schon einige (auch internationale) Preise eingeheimst, man muss ihn einfach probiert haben. Der Käse wird aus Schafs- oder Ziegenmilch hergestellt, es gibt ihn auch geräuchert. Mit getrockneten Feigen oder Oliven schmeckt er einfach richtig lecker. Meist mit kleinen Toastscheiben wird die „Mojo Rojo“ oder „Mojo Verde“ angeboten. Das sind typischen kanarischen Saucen, die man zu Fisch- oder Fleischgerichten in den Restaurants serviert. Für die, die nicht wissen, was das ist: Die Mojo Rojo ist eine rote scharfe Sauce und bekommt Farbe und Geschmack von rotem Paprika und Chilli, die Mojo Verde ist grün und bekommt ihren Charakter von grünem Paprika und Koriander, in seltenen Fällen wird statt Koriander auch Petersilie benutzt.
Die Mandelcreme, die so typisch für La Palma ist, darf natürlich auch nicht fehlen,  denn es gibt unzählige Mandelbäume auf der Insel.

Ein Höhepunkt dieser Fiesta ist sicherlich das Ochsenziehen. Die Rinderzüchter müssen ihre Ochsen so schnell wie es geht über eine Distanz von 70 m treiben. Erschwert wird das Ganze von jeder Menge Gewicht, welches die Tiere hinter sich her zu ziehen haben. Es ist sicher schon so mancher Züchter verzweifelt, wenn sein Gespann den Gehorsam verweigert hat.

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Bullen auf dem Viehmarkt in Garafia – im Norden der Insel La Palma

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Im Juni ist es meistens schon sehr warm, so dass auch die Tiere schattige Plätze suchen…

Eine Folkloreveranstaltung darf auch nicht fehlen, die Trachten sind wunderschön und von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Die Lieder erzählen von der Liebe der Palmeros zu ihrer Insel, aber auch von der schweren Arbeit hier. Meist handelt es sich dabei um landwirtschaftliche Arbeit. Wer La Palma kennt, kann sich gut vorstellen, wie schwer die Arbeit hier war und ist. Maschinen kann man nicht wirklich einsetzen. Das liegt einerseits am den geologischen Gegebenheiten, andererseits an den Kosten der Maschinen. Wer kann sich diese schon leisten…???

Am Samstagabend gibt es dann natürlich Musik und Tanz. Wer der Meinung ist, die Palmeros seien ein kleines „verstocktes“ Völkchen, der wird hier eines Besseren belehrt. Die Lebensfreude der Palmeros ist ansteckend, die Musik meist latein-amerikanisch und an der Tanzfreude der Herren kann sich so manch Deutscher ein Bespiel nehmen.
Die Fiesta y Feria Ganadera de San Antonio del Monte wird sicher auch dieses Jahr wieder viele Menschen anlocken und ihrem Namen alle Ehre machen.

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