KEIN Asphaltwerk auf La Palma

Jetzt steht es fest: Es wird KEIN Asphaltwerk auf La Palma geben.

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Das Asphlatwerk darf nun endgültig nicht betrieben werden!!!

Das Aridanetal auf La Palma ist die Sonnenstube der Insel. Hier scheint die Sonne mehr, als beispielsweise im Osten oder Norden, es gibt weniger Regen und Wolken. Von daher betrachtet ist es nicht ungewöhnlich, dass man im Südwesten von La Palma die meisten Touristen trifft. Denn diese Touristen kommen ja meist aus den nördlichen Gefilden von Europa und suchen Sonne und Wärme. Viele Familien im Aridanetal verdienen ihr Geld mit touristischer Vermietung.
Eine große Fläche dieses Tales gehört der Gemeinde Los Llanos und man nannte diese Fläche „mal pais“ = schlechtes Land, denn diese Fläche hat keinen fruchtbaren Boden, wie viele Flächen im Norden und Osten von La Palma. Hier hier gab es nur Gestrüpp und Steine. Einfallsreiche Leute gibt es überall auf der Welt und selbstverständlich auch auf La Palma. So kam man auf die Idee, aus dem „mal pais“ eine „zona industria“ = Industriegebiet zu machen, die an sich wertlosen Grundstücke werden wieder etwas wertvoller.
Das verunsicherte noch niemanden, der rund um dieses Industriegebiet lebte. Welche Industrie sollte sich denn schon hier ansiedeln? La Palma ist eine kleine Insel, es werden viele Bananen angebaut. Nein, Angst vor dieser „zona industria“ hatte hier kein Mensch.
Und dann der Schock, als herauskam, dass man just in diesem Industriegebiet ein Asphaltwerk ansiedeln wollte. Ein wenig später sprach man sogar von 3 Asphaltwerken. Erst wurde nur darüber gemunkelt, aber dann formierte sich im Frühjahr 2009 eine Bürgerbewegung, denn das erste Asphaltwerk befand sich gerade im Aufbau. Der Vorstand dieser Bürgerbewegung „La Palma en contra las Plantas de Asfalto“ erkundigte sich sehr genau, welche Vorschriften es gab, um ein solches Asphaltwerk ansiedeln zu können. Schnell war klar, es gab und gibt für den Bau solcher Anlagen auch in Spanien klare Richtlinien und Gesetze. Eines davon sagte, dass solche Anlagen einen Abstand von mindestens 2.000 m zu Wohngebieten haben müssen. Der nächste Anwohner aber an eben diesem Asphaltwerk war mal gerade knappe 50 m entfernt.

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Nein zum Asphalt – Ja, zur Gesundheit

Die rund 7.000 Anwohner, die es hier gibt, die wurden einfach verleugnet. Es gab sie einfach nicht!!! Aber die Bürgerbewegung gab nicht auf. Es wurde ein Anwalt engagiert, es wurden Gutachten eingeholt, man organisierte Informationsabende und Demonstrationen und schrieb sogar einen Brief an die UNESCO. Als das erste Asphaltwerk nun fertig installiert war, begann es im März 2009 mit der Produktion, illegal. Eine Betriebsgenehmigung hatte der Betreiber nicht. Wieder wurde der Vorstand der Bürgerbewegung aktiv und schaltete die SEPRONA ein, die Umweltabteilung der Guardia Civil. Mit Erfolg, die Anlage wurde geschlossen. Wie lange der Weg war bis zum Erfolg, konnte zu diesem Zeitpunkt keiner ahnen.

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Demonstration in Los Llanos

Die Bürgerbewegung organisierte mit großem Erfolg zwei Demonstrationen. Man berichtete von ca. 3.000 Demonstranten, sogar das Fernsehen war da. Die Mitglieder der Bewegung bastelten einen Drachen und durch die Strassen von Los Llanos hallte immer wieder der Ruf „No al Asfalto – Si a la salud“ = Nein zum Asphalt – Ja, zur Gesundheit“ ,Es nutzte aber scheinbar alles nichts, die Politiker hatten kein Einsehen und scherten sich nicht um die Meinung der Anwohner. Man zog vor Gericht. Im Oktober 2012 entschied das Verwaltungsgericht auf Teneriffa, das Asphaltwerk ist illegal und darf nicht in Betrieb genommen werden. War das schon das Ende? – Leider nein. Der Betreiber des Aspaltwerkes ging in Berufung, der Fall landete vor dem Obersten Kanarischen Gerichtshof (T.S.J.C.) auf Teneriffa.
Es begann wieder eine lange Zeit des Wartens. Irgendwann wurde man darüber informiert, dass das Urteil des TSJC am 24.10.2013 erwartet würde, aber es tat sich nichts an diesem Tag. Am 12.11.2013 kam dann endlich der offizielle Urteilsspruch, und der Oberste Kanarische Gerichtshof entschied: Kein Asphaltwerk im Industriegebiet von Los Llanos, die Abstände zu den Häusern müssen eingehalten werden.
Ein Triumph für die Anwohner und gleichzeitig auch das Ende eines langen Kampfes. Am Ende ist aber eines ganz sicher: Manchmal muss man sich wehren und um so schöner ist es, wenn das von Erfolg gekrönt  ist.

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Der symbolträchtige Drachenkopf…

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