La Noche de Acerina

Am Abend des 26.10.2013 fand in Puerto de Naos die erste „Noche de Acerina“ statt.

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Die Vorankündigung zur „Noche de Acerina“.

Es war die erste „Nacht von Acerina“, man besinnt sich mit dieser Folklorenacht der Ureinwohner der Kanarischen Inseln, der Guanchen und den Wurzeln der Einwohner aller kanarischen Inseln.

Acerina war die Frau von Tanausú, dem letzten König der Guanchen hier auf La Palma, der das Gebiet Aceró (altkanarisch: starker Ort) über sehr lange Zeit gegen die spanische Eroberung verteidigte und sich mit seinen Kriegern in die Caldera de Taburiente zurückzog. Letztendlich besiegten die Spanier Tanausú mit einer List, nahmen ihn gefangen und wollten ihn nach Spanien zu Königin Isabella bringen. Man brachte ihn aufs Schiff und kettete ihn an. Tanausú aber wollte nicht in Gefangenschaft gehen, verweigerte jegliche Nahrung und starb noch während der Überfahrt. Als Acerina, seiner Frau, die Nachricht des Todes überbracht wurde, ließ sie sich – der Legende nach – in einer Höhle einmauern, um ebenfalls zu sterben.
Dieser GuanchenKönigin ist also diese Nacht gewidmet und es sollen wohl noch viele solcher Nächte folgen im Laufe der Jahre. Zur Eröffnung dieses FolkloreFestes war jedenfalls auch der Präsident der Kanarischen Inseln Paulino Rivero zugegegen und gab dem Ereignis damit einen hochoffiziellen Anstrich. Presse und Fernsehen waren natürlich auch da.
Vier Folkloregruppen sangen und tanzten durch die Nacht. Die palmerischen Folklorelieder erzählen von dem schweren Leben damals, von der sengenden Sonne, dem Bitten um Regen, natürlich auch von der Liebe. Aber ganz besonders und immer wieder von der Liebe der Einwohner zu ihrer Insel La Palma. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

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Folklore auf La Palma in der „Noche de Acerina“

Spezialitäten
Es wurden palmerische Spezialitäten angeboten, auch einige, die es nur hier auf La Palma gibt bzw. die nur auf La Palma hergestellt werden. Das Salz aus der Saline von Fuencaliente, Früchte aus La Palma, der palmerische Ziegenkäse, palmerischer Wein, selbstgemachte „Mojos“ und verschiedene Marmeladen, Mandelmus und vieles mehr.

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La Palma und seine Spezialitäten

Der Hirtensprung
Etwas ganz Besonders ist der „Salto del Pastor“, der Hirtensprung, dargeboten von einer Gruppe junger, aber auch älterer Männer aus El Paso, die diesen Sport heute überwiegend in der Caldera de Taburiente ausüben. Der Ursprung des „Salto del Pastor“ ist nicht gänzlich geklärt, geht aber wahrscheinlich auf die Guanchen zurück. Viehhirten benutzten die mehrere Meter langen Holzstäbe (Regatón), die mit einer Metallspitze versehen sind, um in möglichst kurzer Zeit in dem gebirgigen Gelände Höhenunterschiede schnell und sicher zu überwinden, um Terrassen zu überspringen und so in tiefere Ebenen oder Flächen zu kommen. Die Metallspitze der Sprunglanzen dient zum besseren Halt im Untergrund und Ansatz zum Sprung.

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Ansatz zum Hirtensprung

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Für den Stab wird ein fester Untergrund gesucht…

Traditionen
Dieser wunderschöne Abend hat wieder einmal gezeigt, dass La Palma sich schon sehr von den großen Inseln wie Gran Canaria oder auch Teneriffa unterscheidet. Aber gerade das macht diese Insel so liebenswert und interessant. Die Besinnung auf die Bräuche der Guanchen ist ein guter Weg, um Touristen anzulocken, die keinen Wert auf „Biermeilen“ oder „Dauerparty“ legen, sondern die, die Natur und Ruhe suchen und dabei aber trotzdem die palmerische Lebensfreude, die Liebenswürdigkeit und die Gastfreundlichkeit der Palmeros kennen und schätzen lernen.

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Die Bewohner der Insel La Palma lieben noch immer die traditonellen Veranstaltungen…

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